28. Juli 2026 Stand: September 2026
Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Immobilienverkauf sein könnte
Die Marktlage in Augsburg und Umland — Sommer 2026
Wenn Sie sich die Frage stellen, ob Sie Ihre Immobilie verkaufen sollen, dann kennen Sie das Gefühl wahrscheinlich: Man liest Schlagzeilen über sinkende Preise, gleichzeitig hört man, dass es wieder aufwärts geht. Zinsen hier, Inflation da — und am Ende weiß man weniger als vorher.
Ich will Ihnen hier keine Marketing-Sprache vorsetzen. Ich schaue mir die Zahlen für Augsburg, Friedberg, Aichach und Gersthofen an und sage Ihnen ehrlich, was ich sehe. Und was ich sehe, ist eine Marktlage, die für Verkäufer momentan interessanter ist als viele denken.
Die Zahlen — ohne Beschönigung
Der Augsburger Immobilienmarkt hat sich seit dem Höchststand 2022 um knapp 10 % korrigiert — so die Portalauswertungen der Angebotspreise, Stand Frühjahr 2026. Das klingt erstmal dramatisch, ist es aber nicht. Denn seit 2024 bewegen wir uns wieder in eine moderate Aufwärtsrichtung, rund 5,5 % über dem Tiefpunkt.
Konkret wies der IVD CityReport Augsburg 2026 für das Frühjahr 2026 aus, jeweils im Vergleich zum Herbst 2025 (es sind Angebotspreise, also Preise, zu denen Immobilien öffentlich inseriert werden — die tatsächlich gezahlten Kaufpreise können davon abweichen):
- Gebrauchte Eigentumswohnungen in Augsburg: median 3.990 €/m² Angebotspreis — plus 0,8 % gegenüber Herbst 2025
- Neubauwohnungen: 5.960 €/m² Angebotspreis — plus 0,7 %
- Doppelhaushälften im Bestand: 630.000 € Angebotspreis — plus 0,8 %
- Neubau-Doppelhaushälften: 715.000 € Angebotspreis — plus 2,1 %
- Reihenmittelhäuser im Bestand: 535.000 € Angebotspreis — plus 0,9 %
Zum Vergleich die amtlichen Transaktionsdaten des Gutachterausschusses der Stadt Augsburg: Hier lag der Median-Kaufpreis für Eigentumswohnungen 2025 bei 240.000 € (bei median 63 m² Wohnfläche, also rund 3.810 €/m²). Die amtlichen Kaufpreise liegen typischerweise 10–15 % unter den Angebotspreisen — das ist normal, weil beim Verhandeln Rabatte herauskommen.
Im Umland lagen die Angebotspreise für Wohnungen im Frühjahr 2026 auf ähnlichem Niveau: Friedberg rund 4.752 €/m², Aichach 4.802 €/m², Gersthofen etwa 4.700 €/m². Das sind keine Explosionen — aber eine solide, nach oben tendierende Bewegung.
Was die Zinsen bedeuten
Nach dem Iran-Konflikt und der EZB-Zinserhöhung vom 11. Juni 2026 — der ersten seit September 2023 — hatten sich die Bauzinsen für zehnjährige Zinsbindung bei rund 3,85 % eingependelt; das war der Stand im Juli 2026. Für das Jahresende erwarteten die meisten Banken und Kreditvermittler eine Seitwärtsbewegung um dieses Niveau, mit deutlichen Zinssenkungen rechnete niemand.
Was heißt das für Sie als Verkäufer?
Käufer haben sich eingestellt. Die anfängliche Schockstarre nach der Zinswende 2023 ist vorbei. Wer heute kaufen will, hat seine Finanzen auf das neue Zinsniveau kalibriert. Die Frage ist nicht mehr „Warten wir auf 1 % Zinsen?“ sondern „Können wir uns das bei 3,8 % leisten?“ Und die Antwort lautet für viele: Ja, unter bestimmten Bedingungen.
Wann Verkaufen Sinn macht — und wann nicht
Hier wird es ehrlich. Ein Verkauf macht Sinn, wenn:
- Sie ein Objekt mit zeitgemäßem energetischen Standard haben. Der Markt belohnt effiziente Gebäude, während sanierungsbedürftige Objekte deutliche Preisabschläge erleiden. Wenn Ihre Heizung aktuell ist, die Dämmung stimmt, die Fenster erneuert wurden — dann sind Sie im Vorteil.
- Sie in einer gefragten Lage sind. Augsburgs Nachfrage konzentriert sich stark auf gute Lagen. Wer in Antonsviertel, Göggingen oder vergleichbaren Gebieten wohnt, hat aktuell ein Verkäufermarktsegment. Wer am Rand liegt, muss realistischer sein.
- Sie persönlich bereit sind. Das klingt banal, ist aber der wichtigste Punkt. Ein Immobilienverkauf ist emotional und logistisch anspruchsvoll. Wenn Sie nur „mal schauen“ wollen, ist das in Ordnung — aber der Verkaufsprozess braucht dann doch Entschlossenheit.
Ein Verkauf macht weniger Sinn, wenn:
- Ihre Immobilie sanierungsbedürftig ist und Sie nicht bereit sind, das in den Preis zu reflektieren. Käufer sind 2026 selektiv und preisbewusst. Ein überaltertes Objekt zum Top-Preis funktioniert nicht — aber ein ehrlich bepreister Bestandshalter findet seinen Markt.
- Sie erwarten, dass die Preise in den nächsten zwei Jahren explodieren. Die gängigen Portalprognosen zeigen bis Ende 2028 einen moderaten Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich — je nach Anbieter und Stichtag verschieden. Das ist kein Grund zu warten — es ist ein Grund zu handeln, wenn Sie ohnehin verkaufen wollen.
- Sie sich unter Druck setzen lassen. Niemand sollte verkaufen, weil ein Makler ihm einredet, dass das Fenster schließt. Das Fenster schließt nicht. Aber es verschiebt sich.
Mehr Angebot, kürzere Vermarktungszeiten
Zwei Zahlen aus dem SpezialReport des IVD Süd vom 10. Juli 2026 beschreiben den Markt genauer als jeder Quadratmeterpreis: Vom zweiten Halbjahr 2025 zum ersten Halbjahr 2026 ist das Objektangebot in der Region um 31 % gestiegen — und die Vermarktungszeiten sind im selben Zeitraum um 12 % gesunken.
Beides gehört zusammen gelesen. Mehr Angebot heißt: Sie konkurrieren mit deutlich mehr anderen Verkäufern als noch vor einem Jahr. Kürzere Vermarktungszeiten heißen: Was gefunden wird, verkauft sich zügiger als zuvor. In welcher der beiden Gruppen eine Immobilie landet, ist keine Frage des Glücks — sie entscheidet sich daran, wie das Objekt aufbereitet, bepreist und gezeigt wird.
Am Bestand ändert sich dabei wenig: Die Bautätigkeit bleibt niedrig — 2025 gingen die Baugenehmigungen um 57 % zurück, die Fertigstellungen um 15 %. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung, und rund 11.000 Menschen pendeln aus der Region nach München, 57 % mehr als 2013.
Was ich Ihnen empfehle
Wenn Sie sich nicht sicher sind, machen Sie keinen Fehler: Informieren Sie sich, bevor Sie entscheiden. Eine seriöse Bewertung Ihrer Immobilie gibt Ihnen Fakten, mit denen Sie arbeiten können.
Wenn Sie wissen wollen, was Ihre Immobilie in der aktuellen Marktlage wirklich wert ist: Schreiben Sie mir. Keine Verpflichtung, kein Verkaufsdruck. Nur eine ehrliche Einschätzung.